Go slow - Achtsamkeit und Meditation

Go slow - Achtsamkeit und Meditation

Entschleunigung und Stressreduktion sind wichtig bei Wechselbeschwerden

Wenn wir achtsam sind, können wir uns in verschiedenen Situationen des Alltags besser zurecht zu finden. Ein Schritt nach dem anderen, Luft holen vor einer Entscheidung oder Antwort. Aber auch hinein hören, was braucht mein Körper, was braucht meine Seele?

Viele Menschen haben durch Beruf und Familie so viele verschiedene Dinge zu erledigen, dass kleine Hinweise des Körpers oftmals unbeachtet oder unbemerkt bleiben. Sie machen weiter, wollen immer alles erledigen, immer erreichbar sein und für die Familie da sein, bis nichts mehr geht. Damit es erst gar nicht so weit kommt, lass' den Alltag hinter dir und begib dich in die Hände von Mag. Walter Klocker. Er ist nicht nur Wirtschaftspädagoge, sondern auch Yoga-Lehrer mit einer umfangreichen Ausbildung.

In seinen Seminaren liegt der Fokus auf dem Herstellen von Ruhe und Gelassenheit und der Beruhigung des Geistes. Bei der Achtsamkeitsmeditation übst du dich darin, deine Gedanken, oder Gefühle nicht zu bewerten oder zu beurteilen. Du nimmst einfach nur wahr, was gerade im Kopf passiert, ohne die Gedanken bewusst zu steuern. Auf diese Weise können Ängste vermindert, Depressionen bekämpft oder chronische Schmerzen gelindert werden.

Wenn du deine Konzentrationsfähigkeit verbessern möchtest, oder Schlafstörungen der Vergangenheit angehören sollen, wirst du merken, wie sich deine Lebensqualität durch Achtsamkeitsmediation steigert. Es hilft, wenn du bemerkst, dass die Haut weniger Spannkraft hat, dir abwechselnd heiß und kalt wird und die Stimmung schwankt. Da kann es schon vorkommen, dass du auf die Umwelt komisch wirkst. Selbst ist einem ja auch komisch zumute. Achtsamkeitsmeditation kann dich dabei unterstützen, dir selbst wohlwollend zu begegnen und die Veränderungen anzunehmen. Es lohnt sich! Sie sind einzigartig und etwas Besonderes!

Walter Klocker lehrt und praktiziert Achtsamkeitsmeditation
Walter Klocker lehrt und praktiziert Achtsamkeitsmeditation


Für wen eignet sich Achtsamkeitsmeditation?

Achtsamkeitsmeditation eignet sich im Grunde für jeden Menschen, geht es doch hauptsächlich darum, ganz im Moment zu sein, ganz bei der Sache, die man gerade tut. Die Techniken sind einfach, letztlich ist es ein Trainieren einer neuen inneren Haltung der Präsenz, des Annehmens, des Gleichmuts, der Freundlichkeit und der Sanftmut. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Achtsamkeit in formalen Meditationen, oder auch informell im Alltag zu üben. Da ist, so meine Erfahrung, für jeden Menschen etwas dabei.

Können Sie uns bitte den Ablauf einer Achtsamkeitsmeditation beschreiben?

Es gibt verschiedenste Arten von Achtsamkeitsmeditationen. Es ist daher nicht leicht, eine allgemeine Antwort auf diese Frage zu geben. Meistens geht es darum, in einer sitzenden Haltung, die Aufmerksamkeit auf ein „Meditationsobjekt“ (z. B. den Atem) zu richten und damit den Geist zu fokussieren und zu stabilisieren. Genauso gibt es aber auch Gehmeditationen, bei denen der Fokus auf den Füßen liegt, oder auch Meditationen im Liegen, bei denen man z. B. mit der Aufmerksamkeit durch den gesamten Körper wandert.

In den Meditationen geht es eigentlich immer darum, ohne Druck, ohne Ziel, ganz in den Moment einzutauchen und wahrzunehmen und anzunehmen, was ist und in Frieden mit uns selbst und dem Leben zu kommen. Ein bekannter Meditationslehrer hat einmal gesagt: „Meditation heißt Freundschaft mit sich selbst schließen.“

Findet das in der Gruppe oder einzeln statt?

Die gemeinsame Erfahrung in der Gruppe kann sehr unterstützend sein. Wenn viele Menschen gemeinsam meditieren, ist das einerseits ein gemeinsames Fokussieren, was sehr hilfreich sein kann,  andererseits kann durch den Austausch in der Gruppe und durch die Erfahrungen der anderen TeilnehmerInnen gelernt werden.

Natürlich kann Meditation aber auch in Einzelstunden gelehrt und gelernt werden, was den Vorteil hat, dass ich auf die Bedürfnisse und speziellen Erfahrungen der Klientin/des Klienten gezielt eingehen kann.

Achtsamkeit hilft, mit den Veränderungen während der Wechseljahre gelassener umzugehen
Achtsamkeit hilft, mit den Veränderungen während der Wechseljahre gelassener umzugehen


Glauben Sie, dass zwischen den Wechseljahren und dem Bedürfnis nach Achtsamkeit ein Zusammenhang besteht und wenn ja, warum?

Ein ganz wesentliches Resultat von längerer Achtsamkeitspraxis ist, dass wir mit den ganz natürlichen ständigen Veränderungen des Lebens leichter, gelassener und weiser umzugehen lernen. Wir erkennen, dass Veränderung die Natur unserer Erfahrungen ist und akzeptieren das Leben in all seinen Schattierungen und all seiner Veränderlichkeit. Wir halten nicht mehr an Altem, oder Vorstellungen, wie das Leben sein sollte, fest. Wir lernen auch mit allem, was in unserem Körper an Empfindungen und ständigen Veränderungen geschieht, annehmend und wohlwollend umzugehen.

Kann Achtsamkeit zur Entschleunigung beitragen und kann Stress durch Achtsamkeit verringert werden?

Entschleunigung und Stressreduktion sind wissenschaftlich belegte Nebenprodukte der Achtsamkeitspraxis. Dadurch, dass mein Geist immer stabiler und gelassener wird, können mich die üblichen Irritationen und Stressoren des Alltags nicht mehr so sehr belasten. Ich bekomme immer mehr Freiheit, nicht mehr in gewohnter Art und Weise zu reagieren, und in meiner Mitte zu bleiben.

Was ist eine Übung, mit der man z. B. morgens seine Achtsamkeit trainieren und sich auf den Tag vorbereiten kann?

Ich kann im Prinzip alles, was ich im Laufe eines Tages mache, achtsam machen und damit Achtsamkeit trainieren. Das beginnt schon beim Aufstehen. Ich könnte z. B. gleich nach dem Aufwachen, bevor ich aufstehe, meinen Körper mit der Aufmerksamkeit erkunden. Ich spüre, wie es mir emotional geht und dann erst stehe ich langsam und bewusst auf. Dann kann ich auch die Zähne mit all meiner Aufmerksamkeit putzen, das Duschen ganz bewusst genießen und das Frühstück ganz achtsam essen.

Natürlich wäre auch eine formale Meditationspraxis sinnvoll, in der ich mich z. B. auf ein Sitzkissen,  oder auch auf einen Sessel, setze und für 10-15 Minuten nur meinen Atem offen beobachte, ihn so frei wie möglich fließen lasse und wenn ich mich in Gedanken verliere, immer wieder die Aufmerksamkeit so sanft wie möglich zum Atem zurückführe.

Meditation ist allerdings meiner Ansicht nach etwas, das man unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers lernen sollte, da die Techniken zwar einfach sind, der Prozess des Erlernens aber durchaus herausfordernd sein kann.

Vielen Dank für das Interview!


go slow e.U. – Mag. Walter Klocker

Neuwaldegger Straße 3/3/16
1170 Wien
T: 01-9577986
M: 0650-312376
E: walter(at)goslow.at 
Website: www.goslow.at


Mehr über Bewegung und mehr Gelassenheit in den Wechseljahren gibt es hier:

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